Rhein-Durchbruch: Der erste Umweltschaden in Duisburg?

Rheindurchbruch: „Alles kaputt getrampelt!“

Weit verbreitet ist die Vorstellung, gewaltige Eismengen hätten das Kaßlerfeld von der linksrheinischen Mutterscholle abgetrennt und so zum Rheindurchbruch geführt, der die Reichspfalz Duisburg nach der ersten Jahrtausendwende in die Rolle einer Ackerbauern-Stadt abgleiten ließ.

Eisschollen während der Mittelalterlichen Warmzeit? Oder reicht eine ganz normale wissenschaftliche Erklärung der Fluvialgeomorphologie bei mäandernden Flüssen?

„Durchbruch des Halses durch raschere Verlagerung des oberen Bogens oder Sehnenabschnürung bei Hochwasser bildet Altwasserarm“, so berichtete dieser Blog und bot erstmals eine naturwissenschaftliche Erklärung zum Rhein-Durchbruch zwischen Homberg und Duisburg.

Trotz einer fünftausendjährigen Geschichte des Hellwegs liebäugeln manche Historiker mit dem Gedanken der Rheinüberquerung per Fähre. Spätestens seit der satellitengestützten Visualisierung einer neuzeitlichen Flussfurt „Yukon-Crossing“ erhält die alte geschichtliche Rheinfurt des Hellwegs wieder eine Grundlage zur Mitberücksichtigung. Menschen, Tiere und Karren zogen und wadeten dann durch die historische Rheinfurt zwischen Homberg und Duisburg.

Zum Hellweg ist belegt, dass er teils mehrere hundert Meter breit war, ein unbefestigtes Stück Landschaft, in dem sich jeder seinen Weg suchte, um ausgefahrenen Wegstrecken auszuweichen. Diese wurden teils zu Morast, sodass die „Karren bis zu den Achsen einsunken“.

So kann man sich gewiss auch Kaßlerfeld vorstellen, eine schmale Landzunge zerfurcht von Wagenspuren. Derweil nagte der Strom beharrlich am steilen Prallufer der Rheinischen Niederterrasse und fand im erodierten „Feld des Kastells“ (Asciburgium) ungeschützte Bodenverhältnisse zum Erdabtrag vor. Die Uferregion und die Rheinwiesen Homberg waren kaputt getrampelt.

Noch einige Dutzend Hochwasser, dann war der neue Rheinverlauf gespült und ließ Duisburg nur noch einen Altarm im Mittelalter.

Duisburgs Untergang kann zudem mit der Heirat einer armen adligen Habsburgerin durch den Klever Dietrich VIII erklärt werden. Als Pfand für eine Mitgift gab es 1290 Duisburg, das damit seinen Status als Reichsstadt und Herrschersitz verlor, so eine vorläufig neue Deutung der Geschichte Duisburgs.

Dieses Pfand wurde nie ausgelöst. Hat Dietrich VIII stattdessen kräftig Kasse in Duisburg gemacht?

Der Rhein verlagerte sich und in der Nähe entstand eine neue Rheinfurt, die Pilger entlang des Hellweg-Jakobsweg-Trajekts nutzten. Fährmänner erhielten erst einige Jahrhundert später ihre Chancen.

Die sich mit dem ständig wandelndem Rheinverlauf veränderten Furten erklären die weite Streuung der archäologischen Funde in Duisburg, die nicht so recht in ein Muster passen wollen. Wie bequem war da die historische Deutung einer Varusschlacht.


http://opherden.com/wetterchronik/index.htm Wetterchronik Deutschland

http://opherden.com/wetterchronik/1342.htm Jahrtausend-Rheinhochwasser mitten im Sommer! 21. Juli 1342

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