Das Hellweg-Jakobsweg-Trajekt: Von Essen über Bochum und Duisburg nach Roermond.

„Du bist auf dem Camino, wo immer Du auch gehst!“, das ist die frohe Kunde einer Gruppe des Homberger Bürgernetzwerks, die sich auf die Spuren der Jakobspilger im Rheinland begibt.

Einmal die historische Rheinfurt zwischen Duisburg und Homberg überschritten, führt das Hellweg-Jakobsweg-Trajekt zu den bedeutendsten Pilgerzielen im Nordwesten Mitteleuropas: St. Christoffelkathedraal (Roermond) mit einer Reliquie des Hl. Jakobus (Armgebein) und die Marienbasilika in Kevelaer als größter Marienwallfahrtsort.

Mehr als zweitausend Jahre prägte der Hellweg als alte Handelsroute den charmanten Wechsel von Natur und Kultur am Niederrhein – von Brügge nach Nowgorod, so die aktuelle Geschichtsforschung, und gewinnt so die Pilger des Jakobsweg (span. Camino de Santiago) im Rheinland: „Besinnung ist Muße. Wenn ich von Alt-Homberg in den Niederrhein pilgere, finde ich wieder zu mir selbst. Das Ruhrgebiet ist doch mittlerweile total abgedreht!“, so die Pilgerfreunde vom Basis-Camp Alt-Homberg am Niederrhein (Ndrh). „In was für einer Welt leben wir?“

Wie vor achthundert Jahren wollen nun Jakobspilger aus Essen, Bottrop und Duisburg ihren Vorgängern folgen und fordern das Hellweg-Jakobsweg-Trajekt, eine Querverbindung zu den heiligen Städten in Kevelaer und Roermond – über die alte Rheinfurt zwischen Duisburg und Homberg.

Der Weg nach Santiago de Compostella ist lang. Schon im Mittelalter war bekannt, dass viele auf der Strecke blieben. Mancheinem wurde dieser Weg zur Buße auferlegt, und falls er doch zurückkam, durfte er sich seiner Heimat nicht mehr als zwei Gehstunden nähern.

Wegen dieser Gefahr war es den vielen gläubigen Menschen in Erbleibeigenschaft von ihren Herren nur erlaubt, Kurz-Pilgerziele wie Roermond (64.2 km, 13 Std 8 Min) und Kevelaer aufzusuchen.

Sie gingen auf Pfaden, die nicht im Wegverzeichnis der Deutschen Jakobsgesellschaft und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) beschrieben werden, so wie sie historisch von den Machtinsignien der damaligen Herrscher geprägt sind.

Eine Gruppe des Homberger Bürgernetzwerks (HBN) will jedoch diese alten volkstümlichen Pilgerpfade als Hellweg-Jakobsweg-Trajekt wiederentdecken.

Die erste Pilgerfahrt führte zu den Auen und Mooren des Elmpter Schwalmbruch – auf dem Jakobsweg nach Roermond.

In großer Eintracht befand die Homberger Pilgergruppe: „Es war ein wunderschöner Tag!“ Und ihr Mahl (Pilger-Picknick) „Das kochten sie gemeinsam. Die einen hatten Gemüse, die anderen Gewürze und der nächste brachte ein Huhn*) mit. Jeder hatte etwas für die Gruppe beigetragen.“ so eine Homberger Erzählung ‚Eine kleine Stadt an einem großen Fluss‘.

Pilger-Picknick als Jack Orange, so heißt es wohl heute – mit der Jakobsschleife des Reviers auf der Brust, wenn Menschen am Hellweg-Jakobsweg-Trajekt auf ihrem heiligen Boden bleiben. Das ist der Niederrhein als Heimat und in seiner Vielfalt.

*) Es war nicht die Leibhenne.

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