Jakobsweg: Die Rheinfurt bei Homberg

Fluvialgeomorphologie der Rheinfurt Homberg

Das Monument Rheinorange (Google Maps) steht am Südufer der Ruhrmündung bei Duisburg. Von hier erstreckt sich eine knapp fünfhundert Meter breite Landzuge der Rheinischen Niederterrasse nach Osten. Als Erhebung begrenzt sie im Süden das Ruhrufer und Duisburger Häfen und reicht bis zur Ruhrschleuse. Auf dieser Erhebung liegt der Stadtteil Kaßlerfeld.

Wie sehr auch der Rhein in der zwölfhundertjährigen Stadtgeschichte von Duisburg sein Flussbett verlagerte, um möglichst schnell wieder trockenen Fußes die Rheinauen zu verlassen, sobald man einmal einen Schritt vor das Schwanentor gemacht hatte, strebten Reisende und Jakobspilger das Rheinorange (als damals imaginäre und linksrheinische) Landmarke des Hellwegs an, nachdem sie die Rheinfurt zwischen Duisburg und Hohonberka (Homberg) oder Ascmeri (später Escmeri, heute Essenberg) überschritten hatten.

Damit kann auch die Frage nach der Lage von wechselnden Rheinfurten eindeutig beantwortet werden. Der Verlauf der Römerstraße zwischen Oestrum und Asberg wurde geprägt vom westlichen Prallufer des mäandernden Rheins, ebenso von Asberg nach Essenberg der Streckenabschnitt Ruhrorter Straße und Bruchstraße. Dort hatten unsere Vorfahren wieder „Land unter den Füßen“, denn sie standen dann auf der vor Hochwasser geschützten Homberger Niederterrasse. In den östlich davon gelegenen Rheinauen gab es über die Jahrtausende an wechselnden Stellen eine günstige Passage über den Naturstrom und durch eine Rheinfurt.

mehr Informationen: archäologische Zone Duisburg

Die Rheinfurt bei Homberg

Die Rheinfurt bei Homberg

Neue archäologische Erkenntnisse
zur Duisburger Königspfalz

Aus: Château Gaillard 20, p. 131-136, Publications du CRAHM, 2002

Archäologische Beobachtungen neben dem ehemaligen Schwanentor 1994 am mittelalterlichen Rheinufer ergaben, dass der Rhein noch vor 1000 n. Chr. durchbrach und seinen Lauf rund zwei Kilometer von der Stadt weg verlegte (siehe Abb.). Duisburg lag seitdem nur noch an einem Altrhein, der im 14. Jahrhundert verlandete, so dass es seine direkte Lage am Rhein und den günstigen Rheinübergang unterhalb der Pfalz für immer verlor.

Schon bald nach dem Rheindurchbruch, wohl noch am Ende des 10. Jahrhunderts, wurden größere Teile der späteren Duisburger Altstadt, wie sie der Stadtplan von 1566 zeigt, mit Wall und Graben befestigt. Damit verlor die Pfalzbefestigung ihre Bedeutung. Der Pfalzgraben wurde verfüllt, Häuser um die Pfalz herum errichtet, deren Bau 1145 nachträglich von König Konrad genehmigt wurde. Auf den Wall der Stadtbefestigung wurde im frühen 12. Jahrhundert eine Mauer aus Tuff gesetzt, die in den folgenden Jahrhunderten weiter ausgebaut wurde.


Kenntnisse für eine Kartographie der historischen Verläufe des Niederrheins sammelt das Amt für

Rheinische Bodendenkmalpflege Bonn
Endenicher Straße 133
53115 Bonn
Telefon: +49 (0) 228 / 9834 – 0
Fax: +49 (0) 228 / 9834 119
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