Jakobsweg im Ruhrgebiet: Variante Großes A

Bitte drehen Sie in Gedanken den Buchstaben A um 90 Grad im Uhrzeigersinn. So kann das Streckennetz des Jakobswegs im westlichen Ruhrgebiet historisch korrekt geplant werden.

Während der vieltausendjährige Hellweg in Ost-West-Richtung von Dortmund nach Moers verlief, zweigte dann geschichtlich genauso schwerbeladen die alte Handelsroute der Bundesstraße 1 in Essen ab und erreichte bei Kaiserswerth den Rhein.

Planerisch mag es nahe liegen, ‚den‘ (also diesen einen) Jakobsweg durch das Ruhrgebiet zu beschreiben.

Als Variante 1 mit dem begrenzten Geschichtsverständnis des Hellwegs als historische Sackgasse bei Duisburg, auf der es nur zu Wasser weitergehen konnte, ginge so die Route des Jakobswegs von Essen nach Duisburg und böge dann einen südlichen Verlauf nehmend nach Kaiserswerth ab.

Variante 2 hat den Charme, dass sie schnellst möglich auf die Hauptrichtung der Jakobspilger nach Südwest einschwänkte – geradewegs vom Ruhrgebiet nach Santiago de Compostella. Diese Strecke ginge von Essen über Kettwig, Ratingen nach Düsseldorf – zur Freunde des noch heute wehrhaften Völkchens in Mintard.

Beide Streckenverläufe spiegeln die historische Wirklichkeit wider und können nicht als Option eines Entweder/Oder betrachtet werden. Der Tradition gemäß – also der Bedeutung der Geschichte des Hellwegs und des Ruhrgebiets müssen beide Strecken realisiert werden.

So jedoch hätte das liegende A einen amputierten Schenkel im Streckennetz des Revier-Jakobswegs.

Viele Zeitgenossen leben mit einem festgeprägten Teilabschnitt ihres Wahrnehmungshorizontes, der Rhein sei ein tiefer Strom in der Niederrheinischen Ebene. Ja, das stimmt; nachdem Vater Rhein eingedeicht wurde. Doch bis zum Mittelalter war der Rhein ein mäandernder Fluss und hatte einen weiträumigen Querschnitt des Flussbettes, gut geeignet ihn an vielen Rheinfurten zu Fuß zu queren.

So auch durch die Rheinfurt zwischen Duisburg und Homberg oder auch bei Orsoy. Nur so erschließt sich die wahre historische Bedeutung des vieltausendjährigen Hellwegs und so findet der achthundertjährige Jakobsweg entlang des Hellwegs Anschluss an die historisch nachgewiesene und anerkannte Route über Moers.


siehe auch Wikipedia: Neuenkamp und Kasslerfeld und Asciburgium, das römische Kastell zwischen Moers und Homberg.

Jakobsweg im Ruhrgebiet: Das ist die Variante ‚Großes liegendes A‘.

Heute markiert das Monument „Rheinorange“ an der Ruhrmündung im ehemals linksrheinisch gelegenen Kasslerfeld (Duisburg) die alte Rheinfurt zwischen Duisburg und Essenberg, einem Ortsteil von Homberg (Duisburg). Darauf deuten zahlreiche archäologische Funde, die einen regen rheinübergreifenden Handel zwischen der einheimischen Bevölkerung und den römischen Besatzern belegen, so die Stadtarchäologie in Duisburg.

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