Der Hellweg im Fokus der Archäologie

Archäologische Kulturlandschaft Ruhrgebiet e.V.

Projekt „Archäologische Wege durchs Ruhrgebiet“

Durch Prospektion und Ausgrabungen der Unteren Denkmalbehörde konnte im Dortmunder Westen zwischen den Ortsteilen Oespel und Marten eine von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart bewohnte Siedlungskammer entdeckt werden. Seit 1991 sind in dem Gebiet eine Siedlung der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur, eine Siedlung der mittleren Bronzezeit, ein Friedhof der jüngeren Bronzezeit, sowie eine Siedlung aus der jüngeren Kaiserzeit am Hellweg ergraben worden.

Ruhr-Universität Bochum (RUB)

Fakultät für Geschichtswissenschaft, Archäologische Wissenschaften
Fach Ur- und Frühgeschichte — Dr. Susanne Jülich

Projekt „Frühe Salzgewinnung am Hellweg“ des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und des Westfälischen Museums für Archäologie/Amt für Bodendenkmalpflege, Münster

Fachhochschule Lippe und Höxter (FH LuH): Der Hellweg

Von Ost und West wurden Handelsleute, Kriegsheere, Wallfahrer und anderes fahrendes Volk über den Hellweg an den Ort geführt, an dem man im Oberweserraum südlich von Hameln am bequemsten das Tal der Weser durchqueren konnte. Die Nutzung des Hellweges wird im frühen Mittelalter deutlich, als die fränkischen Heere Pippins und Karls des Großen im 8. Jahrhundert auf ihm nach Sachsen vordrangen. Seine Nutzung reicht aber wohl deutlich weiter in die Vorgeschichte zurück. Im Zeitalter der deutschen Könige aus den Dynastien der Ottonen und Salier (10.-12: Jahrhundert) zeigt sich der Hellweg in der Oberlieferung als die von den Königen meistgenutzte Ost-West-Verbindung am nördlichen Mittelgebirgsrand. Der Hellweg verband das Niederrhein-Maas-Gebiet mit dem Harzraum, Magdeburg und den östlich anschließenden Regionen. Auf ihm reisten Kaufleute von London nach Kiew, schafften Textilien, Weihrauch und Metallarbeiten zum Kloster Corvey oder Kupfererz aus Goslar nach Westen.

Die Schnippenburg im Fokus der Archäologie.
Verkehr und Handel am Hellweg

Der Bremer Heerweg und der Hellweg. Beide Wege waren schon in der Vorgeschichte kulturelle Leitlinien, die sich ganz besonders in der vorrömischen Eisenzeit herausstellen lassen, wie die Forschungen von Schlüter der letzten Jahre gezeigt haben. Während schon in der Bronzezeit in ganz Mitteleuropa ein weit verzweigtes Handelsnetz bestand, regten die Verbreitung von Eisen und auch der Salzhandel den Ausbau dieser Strukturen weiter an.

Verteilung der Burgen und Verlauf der Verkehrswege. (Link)

Archäologische RuhrZeiten
Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 –
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Essen, Dortmund und Duisburg
Archäologische Grundlagen

Ruhrgebiet: Schon seit alters her bilden fruchtbarer Boden und gute Erreichbarkeit die Grundlagen für beste Siedlungsbedingungen. Eine alte Straße und vier Flüsse formen den topographischen Rahmen und erschließen den Raum. Sie binden die Region in den gesamteuropäischen Kontext ein. Die Straße – der Hellweg – ist schon in den Jahrhunderten vor Christi Geburt als Verkehrsführung nachweisbar, auch die Flussnamen zeugen von einer lange zurückreichenden Besiedlung.

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