inverses Ohrenblasen

von Tenrix @ 2008-08-17 – 10:11:09

Bewahre, nicht dass ich Die Zeit den Vorwurf machte. Inverse Ohrenbläserei: Den falschen Freund schön reden!

Mediensterben: Auf der Titelseite sagt aktuelle Die Zeit (Nr. 34, 14. Aug. 2008) das Ende der Zeitungen für 2048 voraus. Um 2,5 Prozent p.a. gehen die Auflagen seit Jahren stur zurück. Während die Rheinzeitung zulegt, wird der Rückgang bei WAZ und NRZ wohl heftiger ausfallen.

Wer hier weiterliest, wird sicherlich den begrenzten Teilabschnitt eines Wahrnehmungshorizontes durch einen Reviergeist erkennen – geformt durch die inverse Ohrenbläserei der Poldermedien des Ruhrgebiets.

JOSEF JOFFE (Die Zeit) jammert über Entwicklungen wie bei der Huffington Post; Internet-basierte Medienangebote vernichteten die Auflage der Printmedien. Weder die HuffPost noch das Stadtteil-Blogging mit dem Konzept Abo-Sharing gibt es so lange, um den verderblichen Trend zu erklären.

Als realistischen Zugang zum Phänomen Zeitungssterben eignet sich die Feststellung des Chefredakteurs Sven Gösmann (RP): „Die Menschen haben keine Zeit.“ Sowohl in Familie als auch Beruf wächst die Aufgabendichte ins Unerträgliche. Für 2020 sieht die WHO als zweithäufigsten Frühberentungsgrund psychische Erkrankung. Jedes fünfte Kind hat schwerwiegende seelische Störungen, hat gerade die Gesundheitsministerin entdeckt.

Der PiSo D macht bekloppt und diese Entwicklung wird durch das real-existierende System verschärft. Auch das inverse Ohrenblasen gewisser Medien fördert die Ambivalenz als Vorstufe des Wahnsinns: Verlust der berichteten Wirklichkeit = Zeitungssterben.

Der Ausweg heißt Klugheit, die ich als unbefangenen Blick auf die Wirklichkeit verstehe, und die mit beherzter Solertia die gerechte Handlung bewirkt.

Wenn die Zeitungen sterben, dann sterben auch die Reporter, Nachträger des Vergangenen. Die tradierte Nachträglichkeit bestimmt die joffesche Entwicklung. Jammern wir noch mehr: „Der gläserne Bürger“. Unberichtet verübt derweil das Madenwerk der Systemfuzzies seine Gräuel. Und auf einmal ist sie da, die Zukunft des Reviers als Vorreiter des PiSo D.

Der Deutsche Wissenschaftsrat beklagt die jähe Umsetzung von neuen Kenntnissen. Diese Aufgabe ist die Zukunft der Zeitungsauflagen. Ein Proporter begleitet Innovation – besonders durch Mediation wie mit PLiB-Eintext. Die Zeitung wird so zur „Schlauen Menge“.

Am Anfang steht die Ächtung des inversen Ohrenblasens.

Tenrix – eben drum


Anm.: Der Begriff „falscher Freund“ bezieht sich nicht auf ein pathophysiologisches Phänomen, obwohl gewisse Ähnlichkeiten bestehen, was der allgemeine Sprachgebrauch durchaus beabsichtigt.

Übrigens wird jeder eigenheimbesitzende RevierJourni in wenigen Jahren für´s eigene Wegducken heftig zahlen. Mit mindestens 100 k€ ist er dabei – befangen im journalistischen Stadium 1 nach Kübler-Ross: Denial als inverses Ohrenblasen.


Notizen aus dem Journalistenalltag von Thomas Knüwer: Die Selbstdekonstruktion des Josef Joffe

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